Hospizarbeit vorgestellt
„Was kann ich für dich tun?“ lautete das Motto des Info-Cafés im November, bei dem einige Vertreterinnen der Hospizgruppe Falkensee des Ambulanten Hospizdienstes „Leben bis zuletzt“ ihre Arbeit vorstellten.
„Hospiz“ bedeutet im Wortsinn „Herberge“ und wurde verbunden mit dem Gefühl, geborgen zu sein. Leider ist in der heutigen Zeit Hospiz bei vielen Menschen sehr angstbesetzt. Sie verbinden damit ausschließlich das Sterben und den Tod.
Dabei ist die Arbeit der zumeist ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen zutiefst lebensbejahend. Sie besuchen Menschen, die schwer krank sind, in ihrem Zuhause, auch im Pflegeheim und unterstützen die Patienten und deren Angehörigen in Form einer psychosozialen Betreuung, diese kann ganz unterschiedlich sein.
Die Ehrenamtlichen sind GesprächspartnerInnen, begleiten die betreuten Personen, basteln mit ihnen oder bringen „den neusten Klatsch und Tratsch“ mit ins Haus. Oftmals, so berichteten die Ehrenamtlichen, wollten die Patienten auch gar nicht über den Tod reden, sondern wären froh, sich auch einmal über andere Themen auszutauschen. Andere wiederum nutzten die regelmäßigen Treffen, um wirklich mit ihrem Leben abzuschließen oder Dinge zu äußern, mit denen sie ihre Angehörigen nicht belasten wollten.
Im Gegensatz zu stationären Hospizen unterstützt der ambulante Hospizdienst Menschen dabei, trotz schwerer Krankheit so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben und dabei den Kontakt zur Außenwelt nicht zu verlieren. Was in den Treffen zwischen Hospizkraft und den Betreuten passiert, hängt immer davon ab, was die betreute Person sich wünscht.
Leider wissen viele Menschen gar nicht, dass es den ehrenamtlichen Hospizdienst gibt. Daher, so Petra Nimz, sei es wichtig, diese Information zu vermitteln und vor allem auch Multiplikatoren mitzugeben.
Der Ambulante Hospizdienst im Landkreis Havelland arbeitet unter dem Dach des Diakonischen Werkes, hat aber viele Kooperationspartner. Er ist für alle da, die diese Form der Unterstützung in Anspruch nehmen möchten – die Religionszugehörigkeit spielt keine Rolle.
Und in einem sind sich Hospizdienstleistende und die Personen, die die Hilfe in Anspruch nehmen, einig: Der Dienst ist zwar kostenlos, aber andererseits auch unbezahlbar. Weil er sowohl den Hospizkräften als auch den von ihnen begleiteten Personen viel gibt: Beide Seiten schöpfen Kraft aus den Begegnungen und sammeln wertvolle Erfahrungen im Umgang miteinander. Trotz teilweise kurzer gemeinsamer Zeit entsteht häufig eine sehr intensive Beziehung zwischen der ehrenamtlichen Mitarbeiterin, der betreuten Person und ihrer Familie.
Wer mehr über den Hospizdienst erfahren möchte, kann sich auf http://www.diakonie-hvl.de informieren.

