Info-Café: "Wir Kellerkinder" - Wie Falkensee das Kriegsende erlebte
Nach dem schwungvollen Auftakt mit dem Sonderkonzert "Berühmte Filmmusik" des Salonorchesters aus Eberswalde ging es im Info-Café am 15. April ernster zu.
Gemeinsam mit der Kunst- und Volkshochschule Havelland hatten Kulturhaus und Förderverein zu einer öffentlichen Erzählwerkstatt eingeladen. Moderiert vom in Falkensee lebenden Militärhistoriker Thorsten Loch berichteten fünf ZeitzeugInnen über ihre Erlebnisse zu Ende des Zweiten Weltkrieges und danach.
Wie gestaltete sich das Leben in Falkensee, wovor hatte man Angst, was gab den Menschen Hoffnung?
Viele BesucherInnen hatten die Kriegs- und Nachkriegsjahre selbst miterlebt und konnten das Erzählte nachempfinden oder Ergänzungen hinzufügen. Für die jüngeren Gäste bot die Veranstaltung die Möglichkeit, jenseits der Geschichtsbücher zu erfahren, was sich zu Kriegsende und danach in Falkensee und Umgebung zutrug. Dabei reichte die Bandbreite von Schilderungen von Plünderungen und Gewalttaten bis hin zu kuriosen Begebenheiten: So hatten die russischen Soldaten im Garten einer Familie Goldfische im Teich entdeckt und diese kurzerhand auf dem Lagerfeuer gebraten. Als sie davon der Familie auch einige zum Essen anboten, wollte diese das "Geschenk" dann aber lieber doch nicht annehmen ...
Es war eine im wahrsten Sinne denkwürdige Veranstaltung, die durch das Zusammentragen von Erinnerungen Einzelner dazu beigetragen hat, das kollektive Gedächtnis aufzufrischen.



