Bequem wohnen - in jedem Alter!
Zum zweiten Mal in diesem Jahr richtete die AG Wohnen im Alter in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Havelland und dem Lokalen Bündnis für Familie Falkensee eine Informationsveranstaltung im Kulturhaus Johannes R. Becher aus.
Auch in Falkensee ist der demographische Wandel ein wichtiges Thema. Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung wächst, und damit auch der Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum.
Falkensees Bürgermeister Heiko Müller erläuterte anhand von Beispielen, wie die Stadt Falkensee gemeinsam mit der gegefa stetig an dem Ziel weiterarbeitet, "Generationenwohnen zu ermöglichen". So sei gerade erst ein größeres Bauprojekt abgeschlossen worden, weitere seien in Planung oder im Bau. Doch auch private Eigentümer sollten bereits beim Bauen ans Älterwerden denken, empfahl Heiko Müller.
Im Rahmen der Veranstaltung stellten verschiedene ReferentInnen Beratungs- und Serviceangebote vor, die es ermöglichen können, dass man bis ins hohe Alter in seiner Wohnung oder seinem Haus leben kann.
So bietet die Diakonie eine Wohnberatung an, die trägerübergreifend, unabhängig und kostenlos ist. So können sich Interessierte Hinweise für Sanierungen und barrierefreies Wohnen holen. Gegebenenfalls können auch Vor-Ort-Besuche mit WohnberaterInnen vereinbart werden.
Der Pflegestützpunkt Havelland berät ebenfalls kostenlos und neutral zu Wohnformen und zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten. Am beste eigne sich für die Beratung das Vier-Augen-Gespräch, so Pflegeberaterin Gresch - selbstverständlich erfolge dies anonym.
Oft ist es schwierig, einen Pflegebedürftigen den ganzen Tag lang zu betreuen. Tagespflegeeinrichtungen können hier eine wichtige Unterstützungsmöglichkeit darstellen, um die pflegebedürftige Person nicht nur mit der notwendigen Pflege zu versorgen, sondern sie gleichzeitig am Miteinander mit anderen teilhaben zu lassen. Bettina Kliesch von der Sozialstation Falkensee erläuterte anhand von Beispielen den Tagesablauf in einer solchen Einrichtung.
Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden die Vorstellung der Angebote. Man war sich aber auch einig, dass zwar viele Angebote existierten, dass aber viel zu wenige Menschen davon wüssten. Hier müsse Information noch viel besser gestreut werden.
Außerdem mangele es an Angeboten für Menschen, die keine Pflegestufe hätten, warf Dr. Margot Kleinert vom Falkenseer Seniorenbeirat ein. Auch Brigitte Kerl, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Falkensee e. V. betonte, dass viele Menschen die Serviceangebote, etwa über private Dienstleister, gar nicht bezahlen könnten. Sie regte die Einrichtung von Zentren an, an die man sich wenden könnte, wenn man Informationen zu Unterstützungsangeboten benötigt.
Letztendlich, so stellte Dagmar von Kleist, Mit-Initiatorin der Veranstaltung, fest, sei das ganze Thema generationenübergreifend, denn "auch Jüngere würden gern bequem wohnen". Insofern wird das Thema Generationenwohnen dauerhaft aktuell bleiben. Weitere Veranstaltungen befinden sich bereits in Planung.

